Stadion

Das „Karli“ grüßt seine Gäste

Das Karl-Liebknecht-Stadion gehört als reines Fußballstadion zweifellos zu den schönsten Arenen seiner Art und vermittelt Kiezgefühl pur, wofür es von seinen Besuchern geliebt wird.

Adresse: Karl-Liebknecht-Stadion | Karl-Liebknecht-Strasse 90 | 14482 Potsdam
Fassungsvermögen: 10.787 | Zuschauerrekord: 15.000 (1977, Länderspiel: DDR vs. Malta)
Sitzplätze: 2.003 | davon überdacht: 1.138     Stehplätze: 8.784 | davon überdacht: 2621

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Blockeinteilung

Das Karli ist ein reines Fußballstadion. Der Eingang für Gästefans befindet sich in der Allee nach Glienicke in direkter Nachbarschaft zum UNESCO-Welterbe, dem Babelsberger Volkspark. Fans des SVB benutzen den Haupteingang im Osten an der Karl-Liebknecht-Straße.

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Anreise

Per S-Bahn: Linie S1 Richtung Potsdam bis S-Bahnhof Babelsberg, in Fahrtrichtung aussteigen.

Für Heimfans (vom S-Bahnhof Babelsberg): Kurzer Fußweg über die Karl-Liebknecht-Straße bis zum Stadion (etwa 950m).

Für Gästefans (vom S-Bahnhof Babelsberg): Von der Karl-Liebknecht-Straße links in die Rudolf-Breitscheid-Str., nach 500m rechts in „Alt Nowawes“, dort 900m geradeaus laufen.

Per Bus: Linie 616 bis Karl-Liebknecht-Stadion / Linie 694 bis Spindelstraße

Per Tram: Linie 99 bis S-Bhf. Babelsberg/Altes Rathaus (weiter zu Fuß)

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Per Auto: In Stadionnähe befinden sich nur sehr wenige Parkmöglichkeiten. Sie können aber z. B. den Parkplatz am Hauptbahnhof nutzen und von dort aus 1km entlang der Friedrich-List-Str. gehen. Gästefans müssen von dort in die Straße Alt Nowawes bis zum Stadion einbiegen. Heimfans bitten wir, rechts in die Rudolf-Breitscheid-Str. zu gehen und nach 500m links in die Karl-Liebknecht-Str. zu biegen (s.o.). Alternativ nehmen Sie bitte die Straßenbahn 95.

Unterkuft: Wenn Sie als Auswärtsfahrer das KarLi besuchen kommen, dann vermeiden Sie doch die stressige Rückfahrt und bleiben über Nacht in der Landeshauptstadt. Potsdam bietet Ihnen eine breite Auswahl an Unterkünften in jeder Preisklasse.

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

 

Mitglieder, Dauerkarten- und Tageskarteninhaber erhalten mit Nachweis bei einem Besuch der Schlösser Glienicke oder Marmorpalais einen Rabatt von 1,00 Euro auf den Eintrittspreis.


Stadiongeschichte

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Einweihung

1974/75 wurde auf dem Gelände des Karl-Liebknecht-Sportplatzes das heutige Karl-Liebknecht-Stadion errichtet. Die Anlage zeichnet sich durch nahe am Spielfeld gelegene Tribünen aus. Eine störende Aschenbahn ist nicht vorhanden. Die Stehplatzbereiche bestehen aus 9 bzw. 18 Blockstufen. Das Stadion hat eine teilüberdachte Tribüne, welche 1.472 Zuschauern Platz bietet. Das Tribünengebäude hat das Aussehen eines typischen DDR-Plattenbaus. Die Überdachung der Sitzplatztribüne besteht aus Kunststoff. Am 10. Juli 1976 wurde das Karl-Liebknecht-Stadion mit einem Spiel eingeweiht: Motor Babelsberg und die DDR-Olympia-Auswahl (spätere Goldmedaillen-Gewinner bei den olympischen Spielen in Montreal) traten gegeneinander an.

Am Anfang stand das Feld

Doch bereits lange Zeit zuvor wurde am Babelsberger Park Fußball gespielt. Bereits in den 1920er Jahren richteten Fußballer des Arbeitersportvereins „Concordia 06“ (später „Eintracht Babelsberg“) das Sportfeld an der Priesterstraße her. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Sportanlage an der Priesterstraße schwer beschädigt. Das Spielfeld war von Bombentrichtern gezeichnet und die Stehtraversen befanden sich in einem schlechten Zustand. Zäune und andere Begrenzungen waren nicht mehr vorhanden, da Heizmaterial knapp war. Mit der Qualifikation der „BSG Märkische Volksstimme Babelsberg“ (seit Juli 1949, seit September 1950 „BSG Rotation Babelsberg“) für die neu geschaffene DDR-Oberliga wurde die nun nach Karl Liebknecht benannte Sportanlage unter großem Einsatz der Aktiven und der zahlreichen Fans für die Spiele im Fußball-Oberhaus hergerichtet. Auf der Nordseite des Stadions, der heutigen Gegengerade, wurde eine stattliche Holztribüne errichtet.

Internationales Flair in der DDR

Neben gut besuchten Meisterschaftsspielen fanden im Karli in den 1970er und 80er Jahren internationale Vergleiche statt. Beim Weltmeisterschaft-Qualifikations-Spiel 1977 gegen Malta wurde im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion erstmals ausverkauft gemeldet. 9:0 gewann die DDR. 8.500 Zuschauer sahen das 1:0 gegen Norwegen in der Olympiaqualifikation am 12. November 1983. Das WM-Qualifikations-Spiel gegen Luxemburg am 18. Mai 1985 wurde vor 9.000 Zuschauern mit 3:1 gewonnen. Nicht zu vergessen: Im Karli fand das einzige Frauenländerspiel gegen die CSSR statt. Am 9. Mai 1990 verlor die DFV-Auswahl vor immerhin 800 Zuschauern mit 0:3. Das Stadion hatte sich zwischen 1976 und 1990 kaum verändert. Lediglich die ursprünglich nicht bestehende Spielfeldumzäunung war hinzugekommen.

Von den 90ern bis 2002

Mitte der neunziger Jahre begann ein sensationeller Aufstieg des Babelsberger Fußballs. 1997 gelang der Aufstieg in die drittklassige Regionalliga. Mit der Qualifikation für die zweigleisige Regionalliga-Saison 2000/2001 wuchsen die Anforderungen an das Stadion. Als am 09. Juli 2001 im Spiel gegen Düsseldorf 14.700 kamen, wurde nach 24 Jahren wieder ausverkauft gemeldet und der Aufstieg in die 2. Bundesliga vollendet. Für die Zweitliga-Saison 2001/02 wurden erstmals größere bauliche Maßnahmen im Karli realisiert: Die Sitzbänke auf der Tribüne wurden durch Schalensitze ausgetauscht. Im Stadiongebäude wurde das Kasino zum Presseraum umgestaltet, der VIP-Bereich vergrößert und eine neue Heimkabine gebaut. Für die Fernsehübertragungen wurden zunächst Plattformen auf der Haupttribüne und über der Anzeigetafel errichtet. Nach langen Bemühungen des damaligen Präsidenten Detlef Kaminski wurde endlich ein Traum für zahlreiche Babelsberger Fußballfreunde wahr: Das Karl-Liebknecht-Stadion wurde mit einer modernen Flutlichtanlage versehen. Es entstand die deutschland- und wahrscheinlich europaweit einzigartige Flutlichtanlage, bei der die Masten nach dem Spiel um ein Drittel abgeklappt werden können. Damit werden die Sichtachsen des angrenzenden Babelsberger Parks, welcher Teil des Potsdamer UNESCO-Weltkulturerbes ist, geschützt. Die Flutlichtanlage wurde beim Zweitliga-Spiel gegen Waldhof Mannheim am Freitag, dem 12. April 2002, eingeweiht.

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Modernisierungen

Im Jahr 2003 übernahm der SV Babelsberg 03 das Karl-Liebknecht-Stadion im Rahmen eines Erbbaupachtvertrages in eigene Verantwortung. Seitdem wurden zahlreiche Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit Hilfe der Sponsoren des SVB durchgeführt. Nach dreißig Jahren erhielt der Hauptplatz im Karl-Liebknecht-Stadion im Juli 2004 einen neuen Rasen. Insgesamt wurden 8.200 Quadratmeter verlegt, was etwa 500 Rollen entspricht. Bei der Verlegung halfen Nulldreifans tatkräftig mit. Weiterhin wurden die Beleuchtungsanlage sowie die Bewässerung des oberen Rasen-Trainingsplatzes erneuert. Das Hauptstadion und der obere Rasenplatz erhielten neue Ballfangnetze.

Karli 2011 – Modernisierung im Rahmen des Konjunkturpaketes II

2010 begann der Verein mit großzügiger Unterstützung durch den Bund, das Land Brandenburg und die Landeshauptstadt Potsdam mit umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen. An Stelle der östlichen Hintertortribüne – im Volksmund auch O-Bus-Seite genannt – wurde eine moderne Tribüne mit Funktionsunterlagerung und Überdachung errichtet. Erstmals wurde das 1976 errichtete Tribünengebäude umfassend erneuert. Im Rahmen dessen löste eine moderne Putzfassade auf Wärmedämmverbund-System das bisher durch den Waschbeton geprägte Erscheinungsbild ab. Der zuletzt kaum noch nutzbare Grandplatz neben dem Hauptstadion wurde durch einen modernen Kunstrasenplatz ersetzt. Mit der Umsetzung der Maßnahmen im Konjunkturpaket II stehen nun über 2000 teils überdachte Sitzplätze zur Verfügung. Erstmals bietet das Karli überdachte Stehplätze.

Bei allen Maßnahmen wurde erfreulicherweise der einmalige Charakter des Stadions mit der Nähe zu den Aktiven auf dem Platz und der herrlichen Lage am Rande des Babelsberger Parks mitten im Kiez bewahrt.