SV Babelsberg 03 tritt Potsdamer Toleranzverein bei / NOFV verbietet „Werbung“ für Toleranz


Der SV Babelsberg 03 wird Mitglied im Verein „Neues Potsdamer Toleranzedikt“. Toleranz ist in unserer Gesellschaft und insbesondere im Kontext des Sportes ein Grundwert, der ein solidarisches und friedliches Miteinander ermöglicht. Der Beitritt unseres Vereins ist somit ein längst überfälliger und folgerichtiger Schritt.

Die Kooperation wird am Rande des Heimspiels gegen den Berliner AK am Freitagabend im Karl-Liebknecht-Stadion vorgestellt. Eigentlich wollte der Verein dieses Engagement mit dem Abdruck des Logos des „Toleranzvereins“ auf den Spielerhosen unserer Regionalligamannschaft unterstreichen. Dies hat der NOFV mit Hinweis auf die NOFV-Spielordnung (§25 Ziffer 8: „Werbung für politische Gruppierungen und mit politischen Aussagen wird nicht genehmigt.“) jedoch abgelehnt.

“Wir nehmen mit ungläubigem Erstaunen zur Kenntnis, dass der NOFV ein Bekenntnis zu den Grundwerten unserer Gesellschaft als politische Meinungsäußerung interpretiert. Sich zu grundgesetzlich verbrieften Werten zu bekennen, bedarf keiner Erlaubnis, sondern ist eine Selbstverständlichkeit.” – hat der Vorstand des Vereins „Neues Potsdamer Toleranzedikt“ (Jann Jakobs, Dr. Simone Leinkauf, Daniel Wetzel, Prof. Heinz Kleger, Tilo Schneider, Martina Wilczynski, Arndt Gilka-Bötzow, Stefan Frerichs, Arndt Gilka-Bötzow) dazu Stellung bezogen.

Christoph Miethke, Vorsitzender des Toleranzvereins und Sponsor des SV Babelsberg 03, ergänzt: „Diese mehr als befremdliche Entscheidung erweckt gleichwohl den Eindruck, dass die Verantwortlichen mit ihrer Entscheidung genau das Gegenteil von dem tun, was sie vorgeben verhindern zu wollen: Sie geben ein politisches Statement ab. Das Werben für Toleranz zu verbieten beleidigt das Grundgesetz und die Werte unserer Gemeinschaft.“ Gesamtes Statement von Christoph Miethke: https://www.miethke.com/babelsberg-03

Der Vorstand des SV Babelsberg 03 hat dem NOFV bereits geantwortet und erwartet eine Korrektur. Aus dem Antwortschreiben: „Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass die Darstellung des Logos eines Vereins, der sich für einen gesellschaftlich allgemein anerkannten Grundwert „Toleranz“ in unserer Gesellschaft einsetzt, (…) als politische Werbung eingestuft worden ist. Diese Einschätzung entbehrt aus unserer Sicht jeglicher Grundlage und ist auch eindeutig mit dem Ethik-Kodex des DFB nicht vereinbar, demzufolge sich Fußballvereine über den Fußball hinaus für gesellschaftliches Engagement einsetzen sollen. Aus unserer Sicht ist Toleranz eine unabdingbare Voraussetzung für das gesellschaftliche Miteinander.“